Ahnenliste

Stand : 17.07.2008
Erstellt mit PC-AHNEN 2006

beginnend mit meinem Vater und fußend auf den von meinem Großvater gesammelten Daten


KLAMROTH Gustav Ernst Kurt , ev. ,  Dr.-jur. , Bundesrichter
* 31.01.1904 Halberstadt † 19.01.1961 Berlin †Urs: Schlaganfall Lebensorte: Halberstadt und Berlin.
 
Statt eigener Worte ein Nachruf von einem seiner Freunde, Dr. jur. Joachim Prätorius, für das Freiburger Studentencorps Rhenania
(Freiburger Rhenanen) auf meinen Vater:
"Am 19. Januar 1961 verstarb unser lieber Corpsbruder Dr. jur. Kurt Klamroth, Bundesrichter am Bundesverwaltungsgericht. Der Tod erlöste ihn von seinen Leiden, nachdem im April 1959 ein Schlaganfall ihn frühzeitig niedergeworfen hatte.
1904 bis 1961 : Die Daten und Stationen dieses Lebensweges mögen hier einmal vorangestellt werden, charakterisieren sie doch in ihrer Buntheit diesen lebendigen, vielseitigen und immer strebenden Corpsbruder. Auch scheinen sie mir exemplarisch zu sein für unsere Zeitläufte überhaupt.
1904 am 31. Januar geboren als Sohn des Kommerzienrates Kurt Klamroth in Halberstadt am Harz, wo er im Geschwisterkreis eine glückliche Kindheit durchlebt. 1922 Abitur am Domgymnasium, kurzes Musikstudium in Berlin bei Prof. Klingler (Klinglerquartett), sodann 1922 - 1923 Freiburger Rhenane, empfohlen durch seinen Onkel, unsern lange verstorbenen Corpsbruder Johannes Klamroth/Gröningen. 1924 - 1926 Student in Göttingen und Referendarexamen in Celle. 1926 - 1931 Referendar in Halberstadt und Naumburg und Assessorexamen in Berlin. 1931 - 1932 Konsistorialassessor im evangelischen Konsistorium in Koblenz. 1932 - 1934 Rechtsanwalt in Halberstadt. 1934 - 1944 Hilfsarbeiter, zuletzt Oberregierungsrat am Reichskultusministerium in Berlin. August 1944 nach der Hinrichtung seines älteren Bruders (im Verfolg des Aufstandes gegen Hitler am 20. Juli) amtsenthoben und als Soldat der Einheit Strafbatallion Dirlewanger zuletzt an der böhmischen Front. Mai 1945 Flucht aus der Gefangenschaft. 1945 - 1951 Leiter der väterlichen Großhandelsfirma für Getreide und Düngemittel J.G. Klamroth in Halberstadt (sowjetische Zone), solange es ging. 1951 - 1953 Konsistorialrat und Oberkonsistorialrat in den Konsistorien Magdeburg und Berlin. 1953 Verwaltungsgerichtsrat in Berlin. 1954 Oberverwaltungsgerichtsrat und sodann Senatspräsident am Oberverwaltungsgericht in Berlin. seit 1957 Bundesrichter am Bundesverwaltungsgericht in Berlin. Kurt Klamroth reflektierte und pointierte gerne und amüsiert die Vielzahl und Verschiedenartigkeit seiner Berufe. Er hat sie alle, mögen sie ihm zugefallen oder von ihm erwählt worden sein, mit Hingabe und Verve ergriffen und in jedem Falle zum größtmöglichen Erfolg geführt, wie allein der geradezu einmalige Aufstieg vom Verwaltungsrichter zum Bundesrichter in der kurzen Zeitspanne von vier Jahren beweist. Wer jedoch zwischen den Zeilen jener knappen Daten zu lesen versteht, wird ermessen und mitfühlen, wieviel Hartes und Schweres in dieses Dasein schuldlos von außen einbrach, was manchen wohl hätte resignieren lassen. Nicht so unseren Kurt Klamroth. Er packte zu, wo er stand und vom Leben hingestellt war. Ihn befähigte dazu eine heute wohl selten gewordene Wesensmischung von religiöser Innerlichkeit und geistiger Sensibilität, gepaart mit werteschaffendem Leistungstrieb und unbeirrbarer Unternehmensfreudigkeit. Wie er sich denn schon vor langen Jahren einmal als Leitspruch für seinen Abgesang den Satz aus der Apostelgeschichte erwählte:"... und er zog fröhlich seine Strasse." Alle diese seine Eigenschaften strahlten nun aber in gleicher Intensität auf sein reiches höchstpersönliches Dasein aus. Hier ist zu berichten von einem glückvollen harmonischen Familienleben mit seiner lieben Lebensgefährtin Ilse geborene Loesener aus Berlin und ihren gemeinsamen vier Kindern, drei Söhnen und einer Tochter, die alle nicht nur einen akademischen Beruf ergriffen, sondern vom Vater den Musen und Weltgeist für immer befreundet wurden. Zu berichten von der inbrünstigen und umfassenden Musikalität oder besser dem höchst aktiven Musikantentum unseres Kurt Klamroth, welches gewissermaßen sein zweites Leben ausmachte und ihn von Jugend an bis in seine letzten Wochen beglückte und vielleicht das Geheimnis seiner Unerschütterlichkeit war. So sagte er mir einmal, dass die volle Erfassung und Aneignung der letzten Quartette Beethovens wohl sein schönstes Erlebnis überhaupt gewesen sei. In jenen oft trostlosen, aber doch auch wieder recht wesenhaften und verinnerlichenden Nachkriegsjahren im total zertrümmerten alten Halberstadt übernahm er neben der Bürde des Firmenchefs beim Wiederaufbau der alten, seit 1795 bestehenden Familienfirma freudigst einen Großteil der Verantwortung für die Wiedererweckung des kulturellen Lebens seiner Vaterstadt, und nicht nur mit der Geige im Arm und mit dem Taktstock in der Hand. Sein offenes und fröhliches Haus wurde Mittelpunkt des Musizierens und des geistigen Lebens, es wurde auch natürliches Anziehungspunkt und Oase für einen großen Freundeskreis, und wir alle schulden ihm dafür unseren Dank über seinen Tod hinaus. Alles in allem ein Mensch unserer Zeit, der seine schönen Gaben und Talente wahrlich genutzt, in die Tat umgesetzt und sich nach innen und in die Breite ausgelebt hat. Wohl mag es sein, dass seine nicht auf Muße bedachte geistige und vitale Unruhe ihn nicht nur aus dem Vollen leben, sondern ihn auch vorzeitig verzehren ließ. Doch ziehen wir vor, nicht die Jahre sondern die Qualität eines Menschenlebens zu messen und zu wägen. Am 24. Januar 1961, eine Woche vor seinem 57. Geburtstag, standen wir Berliner Rhenanen erschüttert an der Bahre unseres lieben Corpsbruders. Seine Quartettfreunde spielten ihm als letzten musikalischen Gruß einen zweiten Brahmssatz und den Schlußchoral aus der Kunst der Fuge. Der Präsident des Bundesverwaltungsgerichts, Dr. Werner, rühmte ihn als einen Mann des Ausgleichs, der besonders beim Aufbau des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Jurisdiktion Hervorragendes geleistet habe. Max Heine als unser Senior dankte unserem lieben Corpsbruder für seine Treue und seine lebenslange Verbundenheit und legte ihm nach altem Brauch auf mit hellroten Nelken übersäten Sarg das alte blauweiße Rhenanenband."
Geschwister
Klamroth Anna Marie Landwirtin, Kauffrau * 08.11.1900 Halberstadt † 08.02.1973 Berlin †Urs: Herzversagen
Klamroth Erika Pfarrersfrau/promovierte Psychologin * 13.11.1907 Halberstadt † 28.04.1983 Göttingen
Klamroth Johannes Georg Kaufmann * 12.10.1898 Halberstadt † 26.08.1944 Berlin †Urs: Hinrichtung, ODF

Generation 2


KLAMROTH Friedrich Karl Kurt  Kommerzienrat  < 1  > 4
* 22.04.1872 Halberstadt † 05.12.1947 Halberstadt †Urs: Altersdemenz Lebensort: Halberstadt
Am 28. Juni 1876 spielten die Kinder Eva (6) und Kurt (4) auf dem Hofe des alten Woorthauses. Sie hatten dabei die Bohlen des alten Hausbrunnens, welche durch eine langanhaltende Hitze wellig geworden waren, hoch genommen und Steine hineingeworfen. Als sie den Bohlenbelag wieder zurückrücken wollten, fiel Eva in den tiefen Brunnen. Zum Glück fing Kurt jämmerlich an zu schreien , so dass die Hausbewohner herbei eilten und auch der nebenan wohnende Maurerpolier Saatz, welcher das Kind unverletzt aus dem tiefen Brunnen holte. Es waren schreckliche Augenblicke für die arme Mutter, die betend am Brunnenrande kniete, bis sie ihr Töchterchen wieder in den Armen hielt. Am 03. April 1887 wurde Kurt Klamroth in der reformierten Kirche in Halberstadt eingesegnet. Kurt hatte 1888 auch das Gymnasium verlassen, um sich dem Wunsche seines Vaters gemäß dem Kaufmannsstande zu widmen, er trat im August als Bank- Lehrling bei der Firma Ernst Vogler ein. Nach beendeter Lehrzeit genügte er seiner Militärpflicht bei den Halberstädter Kürassieren und war dann in dem Magdeburger Speditionsgeschäft von Tonne & Co. tätig... Mehr über Kurt Klamroth, der sich um die Familiengeschichte und damit um alles, was hier veröffentlicht worden ist, sehr verdient gemacht hat, in einer Broschüre der familienkundlichen Arbeitsgemeinschaft im Förderkreis Gleimhaus e.V. (Halberstadt),Jahrgang 1997, Heft 5/6- Sein Kriegstagebuch aus dem 1. Weltkrieg hat Klaus Klamroth auf seiner homepage www.KlausKlamroth.de in Auszügen veröffentlicht und mit den Erinnerungen des Sohnes Kurt, seines Vaters, über die letzten Kriegstage des 2. Weltkrieges verbunden unter dem Titel "Sinnloser Krieg". Auf der gleichen Homepage ist auch die Erzählung von Klaus Klamroth über "das Haus" (der Großeltern) in Halberstadt zu finden. Kurt und Gertrud Klamroth hatten 18 Enkel(innen). Ulrich Dieckmann ist einer davon, der die Stammtafel nach Ludwig (Louis) Klamroth mit Seitenlinien bis in die Gegenwart hinein akribisch erfasst hat.
oo 09.10.1897 Halberstadt
VOGLER Marie Therese Clara GertrudHausfrau (3)
* 31.01.1875 Halberstadt † 08.03.1951 Halberstadt
Geschwister
Klamroth Gertrud Bertha Caroline * 28.01.1864 Halberstadt
Klamroth Johannes Gottlieb * 02.11.1865
Klamroth Johannes Gottfried * 16.01.1868 Halberstadt † 27.01.1868 Halberstadt
Klamroth Anna Maria Eva * 14.04.1870 Halberstadt
Klamroth Erich Karl Gustav * 19.08.1875 Halberstadt † 01.10.1876 Halberstadt
Klamroth Anna Franziska Margarete * 04.11.1878 Halberstadt

VOGLER Marie Therese Clara Gertrud  Hausfrau  < 2
* 31.01.1875 Halberstadt † 08.03.1951 Halberstadt
oo 09.10.1897 Halberstadt
KLAMROTH Friedrich Karl KurtKommerzienrat (2) < 1  > 4
* 22.04.1872 Halberstadt † 05.12.1947 Halberstadt †Urs: Altersdemenz Lebensorte: Halberstadt

Generation 3


KLAMROTH Carl Friedrich Ludwig Gustav  königlicher Kommerzienrat < 2  > 8
* 07.09.1836 Halberstadt † 29.09.1905 Halberstadt Lebensort: Halberstadt
Gustav Klamroth verlebte seine früheste Kindheit in dem alten Woorthause, dann in dem trauten Hause seiner Eltern in der Sternstrasse. Gleich seinen Brüdern genoss er eine sorgsame Erziehung durch seine Eltern, welche ihn das Domgymnasium besuchen ließen.. Nach seiner Konfirmation im Jahre 1851 wurde er dann auf das Beyersche Handelsinstitut in Braunschweig geschickt, welches sich damals in allen kaufmännischen Kreisen des besten Rufes erfreute. Dem Mutterherzen ist diese Trennung vondem erst 15-jährigen Sohn recht schwer geworden. Im ersten Brief an ihn nach Braunschweig schrieb sie: "Ja, mein lieber Gustav, ich bitte Dich recht herzlich, schreibe mir oft und lass mich teilnehmen an allen Deinen Empfindungen; Du weißt, ich werde Dein Vertrauen nie misbrauchen und wünsche nur, als Deine erste Freundin die immer teilnehmend und, wo Du Dir selbst nicht klar bist, ratend zur Seite stehen. Es ist doch nun zu erwarten, dass Du von jetzt an oft und auf lange Zeit vom Vaterhause entfernt sein wirst. Laß uns dies wenigstens durch einen recht innigen Briefwechsel mildern, damit wir uns auch nicht im allergeringsten fremder werden..." Ostern 1852 ging Gustav Klamroth nach Bremen in die Firma H. von Fischer als Lehrling. Es war ein Import- und Exportgeschäft und der strebsame junge Kaufmann hatte die beste Gelegenheit, sich mannigfaltige Warenkenntnisse und Erfahrungen auf kaufmännischen Gebiete anzueignen. Am 25. Juni 1852 schreibt wieder die Mutter an ihn, weil sie wohl befürchtete, dass dem jungen Mann die Macht des Geldes zu sehr imponiert haben könnte:"...denke, Du wärst ein sehr reicher Mann, aber krank; Du hättest alle Mittel, die Dir Dein Geld möglich macht, vergeblich gebraucht, kannst Du Dir Gesundheit erkaufen? Kannst Du Dir Freundschaft, überhaupt alle wahren Gefühle erkaufen? Oh, die Macht des Geldes erscheint oft groß! Du kannst Dir dadurch die Mittel verschaffen, Dein Wissen zu bereichern, Du kannst Dir Bücher kaufen, Reisen machen; aber bist Du selbst nicht fleißig, strengst Du selbst Deinen Verstand nicht an, um zu lernen: die Bücher, das Reisen tun es nicht! Du kannst keine Kenntnisse mit Geld kaufen! Und doch ist das Geld als Mittel zu vielem höchst nützlich, und es ist unendlich schwer, es richtig zu verwenden, denn so wohltätig es in der Hand eines weisen und guten Verwalters ist, so verderblich kann es durch eine böse Verwendung werden..... Gustav befreundete sich besonders in dieser Zeit mit seinem "Unterlehrling", einem jungen Engländer namens L.W. Lamotte. Diese Freundschaft hat sich auch in späterer Zeit erhalten und auch auf die beiderseitigen Söhne übertragen. Am 1. Juli 1856 beendete Gustav Klamroth seine Lehrzeit in Bremen und kehrte nach einer kleinen Rheinreis, bei welcher er auch den Onkel Carl Tölke in Wiesbaden besuchte, nach Halberstadt zurück. Seine Meldung zum einjährig freiwilligen Militärdienst wurde abschlägig beschieden, da er einen etwas erweiterten Brustkasten hatte. Da sich Gustav Klamroth nach dem Wunsche seines Vaters derZuckerfabrikation widmen sollte, arbeitete er zunächst während der Campagne von 1856/57 in der Zuckerfabrik von Wrede, Schütze & Co. in Kloster Gröningen und begab sich dann im Juni 1857 nach Wedessen , wo eine neue Zuckerfabrik gebaut wurde. Hier blieb er auch während der darauf folgenden ersten Campagne. In seinem Zeugnis wird ihm "unermüdliche Tätigkeit" nachgerühmt. Nachdem er dann noch in den Jahren 1859 und 1860 in Schottland, London und Paris gewesen war, hatte er doch mehr Neigung zum Kaufmannsstande, als zu dem Beruf des Zuckerfabrikanten bekommen und deshalb nahm ihn sein Vater am 1. Januar 1861 als Teilhaber in die alte Firma J.G.Klamroth auf. Die Firma bezeichnete ihr Geschäft in dem betreffenden Zirkular vom 1. Januar 1961 als "Landesprodukten-, Speditions- und Commissions-Geschäft". Mit dem Eintritt von Gustav Klamroth begann für die alte Firma eine neue Aera. Neben seiner geschäftlichen Tätigkeit fand Gustav Klamroth noch Zeit zur Pflege der Geselligkeit, welche auch sein Vater sehr liebte. Gustav Klamroth wohnte im alten Woorthause, in welchem auch seit 1856 seine Tante Wesche wohnte, nachdem ihr Mann im April 1855 gestorben war. Für sein Geschäft hielt er sich ein Paar flotte Pferde, welche er auch viel zu Schlittenfahren und Harzpartien benutzte. Gerade solche Ausfahrten in die nahen Vorberge des Harzes, nach dem Regenstein, KlosterMichaelstein, oder nach dem Huy, wohin dann wohl auch Carl Klamroth, der damals in Anderbeck die Landwirtschaft erlernte, kam, liebte der alte Kommerzienrat W.L.Klamroth sehr. Er hatte es gern, wenn dann auch andere befreundete Familien mit ihren Töchtern und junge Herren sich an beteiligten, so dass oft ganze Wagenreihen zu Picknicktouren fuhren. Bei diesen gemeinsamen Ausfahrten fanden sich dier Herzen von Gustav Klamroth und Anna Weigel, der ältesten Tochter des Postdirektors Weigel, zusammen. Am 3. Juni 1862 traute Hofprediger Krummacher das Paar in der Liebfrauenkirche. Am 2. November 1865 meldete die Familienbibel - nachdem schon am 28. Januar 1864 die Tochter Gertrud Bertha Caroline geboren war - Heute ist unser Sohn geboren! Der Knabe sollte ein J.G.Klamroth werden, wie sein Urgroßvater, der Gründer der Firma. Er wurde Johannes Gottlieb getauft. Der Junge war ein unruhiger Geist und zu seiner speziellen Wartung kam Louise Krosch aus Derenburg in das Haus, die dann lange Jahre treue Dienste in der Familie tat. Gustav Klamroth entfaltete in diesen Jahren eine außerordentlich rege Tätigkeit. Für die Firma J.G.Klamroth hatte er bereits im Jahre 1864 die ersten Schritte zur Aufnahme der eigenen Produktion von chemischen Düngemitteln in Nienburg an der Weser getan und dieses aufblühende Unternehmen machte öftere Reisen dorthin erforderlich. Anna Klamroth bekam im Jahre 1866 die erste Nähmaschine, welche damals als neue Erfindung noch wenig Eingang in Privathäusern gefunden hatte. Es interessierte sie sehr, darauf als erste Arbeit ein weißes Kinderkleidchen für Gertrud zu nähen. Im Jahre 1867 wurde Gustav Klamroth zum Stadtverordneten der Stadt Halberstadt gewählt und er erfüllte dieses Ehrenamt mit größtem Eifer, in dem er 10 Jahre lang stellvertretender Vorsitzender gewesen ist. 1871 trat die Handelkammer Halberstadt ins Leben, auf deren Errichtung Gustav Klamroth schon seit dem Jahre 1868 hingearbeitet hat. Sie nahm einen großen Teil seiner Arbeits- kraft in Anspruch. Auch zwei Unternehmungen, die in Halberstadt sehr segensreich gewirkt haben, wandte Gustav Klamroth sein vollstes Interesse zu: dem "Kleinkinderschulverein" und dem "Mutterhause" der Frau Kayser, welches später das Cecilienstift wurde. Im Vorstande des Mutterhauses arbeitete er lange Zeit zusammen mit seinem Freunde Ernst Vogler, welcher 1871 nach Halberstadt gekommen war. Am 22. April 1872 wurde Gustav Klamroth wieder ein Sohn geboren, der Anfang Juni Friedrich Carl Kurt getauft wurde. Im Sommer 1878 machte die Familie Ferien auf Norderney, im Sommer 1875 in Westerland auf Sylt. Der älteste Sohn Johannes Klamroth wandte sich ab Herbst 1888 der Landwirtschaft zu, nachdem er vorher eine Ausbildung in Chemie im Laboratorium von Proessor Fresenius in Wiesbaden abgebrochen hatte. Der zweite Sohn Kurt hatte Ostern 1888 das Gymnasium verlassen , um sich dem Wunsche seines Vaters gemäß dem Kaufmannsstande zu widmen. Da hatte sich der Bankier Ernst Vogler bereit erklärt, ihn als Lehrling in sein Bankgeschäft aufzunehmen. "Am 05. Juni 1890 verschied Anna Klamroth, geb. Weigel in Folge einer äußeren Blutung, nachdem sie lange Monate die furchtbarsten Schmerzen mit übermenschlicher Kraft, Geduld und Ergebung in Gottes willen ertragen hatte." In das Jahr 1890 fiel das hundertjährige Jubileum der alten Firma J.G.Klamroth. Gustav Klamroth wurde bei dieser Gelegenheit der Titel königlicher Kommerzienrat verliehen. Er wurde dann in den Provinziallandtag abgeordnet und zum Mitgliede des Provinzialrates ernannt. Auch im Vorstande des vaterländischen Frauenvereins, des Vereins Herberge zur Heimat und des Halberstädter Kunstvereins zeigte er eine rege, befruchtende Schaffensfreudigkeit. Im Frühjahr 1903 machten sich die ersten Anzeichen einer Herzkrankheit bei Gustav Klamroth bemerkbar. In Cannes, Wiesbaden, Nauheim und Wildungen suchte er Heilung und Linderung. Er mußte einen Teil seiner Ehrenämter nieder- legen. Besonders schwer wurde es ihm, das Amt eines Stadtverordneten, welches er 38 Jahre bekleidet hatte, aufzugeben und es war ihm eine Freude, dass als sein Nachfolger sein Sohn Kurt gewählt wurde, der auch zum Mitglied des Halberstädter Handels- kammer gewählt wurde. Am 29. September verschied Gustav Klamroth nach einer zwei Tage vorher zugezogenen Erkältung sanft und ohne Kampf.
oo 03.06.1862 Halberstadt
WEIGEL Anna (5)
* 16.01.1840 Berlin
Geschwister
Klamroth Benjamin Friedrich Ludwig * 05.09.1839 Halberstadt † 06.11.1918 Berlin
Klamroth Carl Friedrich Gustav * 19.09.1843 Halberstadt † 13.06.1917 Halberstadt
Klamroth Anna Marie Helene Charlotte * 15.08.1846 Halberstadt
Klamroth Marie Bertha Ida Auguste * 06.08.1850 Halberstadt † 12.06.1875 Mahndorf †Urs: Kindbett

WEIGEL Anna < 4
* 16.01.1840 Berlin
Anna Weigel war älteste Tochter des Postbeamten, späteren Postdirektors Franz Johann Weigel und seiner Ehefrau Caroline Müller, die aus Berlin stammte als Tochter des Kaufmanns Ernst Wilhelm Müller. Ihr Ehemann Franz Weigel war Sohn des Bürgernmeisters Anton Weigel. Anna Weigel war eine sehr poetisch veranlagte Natur und so entstanden denn auch aus ihrem Empfinden in der damaligen Zeit heraus zahlreiche Gedicht
oo 03.06.1862 Halberstadt
KLAMROTH Carl Friedrich Ludwig Gustavköniglicher Kommerzienrat   (4)  < 2  > 8
* 07.09.1836 Halberstadt † 29.09.1905 Halberstadt Lebensorte: Halberstadt

Generation 4


KLAMROTH Wilhelm Heinrich Ludwig  Kaufmann, preußischer Kommerzienrat < 4  > 16
* 17.04.1803 Halberstadt † 08.05.1881 Halberstadt
In seine frühesten Kindheitserinnerungen fiel die Franzosenzeit. Er und sein Jugendfreund Carl Tölke (geb. 20. Sept. 1803) haben später oft von diesen Erinnerungen erzählt. Den ersten Unterricht genoß W.L.Klamroth gemeinsam mit seinem Freunde Tölke in Halberstadt, dann wurde er zu seinem Onkel Bastian, der in Dingelstedt Pfarrer war, in Pension gegeben. Die kaufmännische Lehrzeit machte er in Braunschweig bei einem Kaufmann Gustav Miehe durch, welcher als junger Mann in Halberstadt bei der Firma J.G.Klamroth gewesen war, und trat dann als Kommis bei dem Bruder seiner Mutter, dem Kommerzienrat Heinrich Ludwig Lefeldt, in Stellung. Hier in Braunschweig schloß er auch Freundschaft mit Carl Fleck und diese Jugendfreundschaft, welche ebenso wie die mit Carl Tölke später noch durch verwandtschaftliche Bande gefestigt wurde, hielt für das ganze Leben. Carl Fleck heiratete seine Schwester Minna Klamroth und unterstützte seinen Freund und Schwager Wilhelm (Heinrich) Ludwig Klamroth, in dessen Hände die FÜhrung der Firma J.G.Klamroth mehr und mehr überging. Zu 01. Januar 1829 übertrug Frau Johanne Klamroth ihrem Sohne W.L. Klamroth "den Civilbesitz und Eigentum" der beiden von ihrem Vater stammenden Häuser an der Woort, "nachdem dieser schon längere Zeit in den Naturalbesitz dieser Häuser gesetzt war". Der Handel mit Leder und Hanf nahm einen bedeutednden Aufschwung. Zum Einkauf ritt der junge Chef selbst mit umgeschnallter Geldkatze zu den Fankfurter und Leipziger Messen und die Waren wurden in großen Wagenkolonnen nach Halberstadt gebracht. Am 30.Juni 1835 führte er Bertha Mathile Tölke als Hausfrau in das alte Woorthaus heim. Bertha Tölke hatte in ihrem elterlichen Hause, der Domschenke in Halberstadt, eine sehr sorgfältige Erziehung genossen und es ist ihr manchmal in der ersten Zeit ihrer Ehe nicht leicht gewesen, wenn ihr Mann nach der damaligen Sitte auch die weniger gebildeten Geschäfts- kunden, die von auswärts in die Stadt gekommen waren, mit zum Mittagstisch in die Familie brachte. W.L. wandte sein Interesse neben dem Handelsgeschäft bald auch der Industrie zu, und zwar war es zunächst die Essig- fabrikation, der er sich anfangs zusammen mit Carl Fleck und Julius Ludwig Wrede widmete. Carl Fleck trat 1839 aus und richtete ein Zweiggeschäft für die Firma J.G.Klamroth in Nordhausen ein. Für Julius Ludwig Wrede trat Friedrich Wrede ein, von dem aber W.L. Klamroth im Jahre 1849 das ganze Geschäft allein übernahm und die Essigfabrikation unter der Fa. J.G. Klamroth weiterbetrieb. Im Jahre 1836 schon gründete W.L.Klamroth mit Friedrich Wrede gemeinschaftlich die erste Zuckerfabrik in Halberstadt unter der Firma Wrede und Klamroth. Die Zuckerfabrik hatte anfangs mit ziemlich erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen, doch entwickelte sie sich bald zu verhältnismäßig grßem Umfange. Deshalb verlegte W.L. Klamroth seine Wohnung von der Woort nach der Sternstrasse in das Haus Nr.9. Im Jahre 1846 beteiligte sich W.L. Klamroth an einer weiteren Zuckerfabrik, welche unter der Firma Wrede, Schütze & Co. in Kloster Gröningen gegründet wurde. Das "Stadtgeschäft" (der alte Betrieb des Vaters), welches inzwischen noch die Spedition und besonders den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten aufgenommen hatte, entwickelte sich gut, so dass W.L.Klamroth am 24. Februar 1850 von dem Stadtrat Friedrich Ferdinand Körte dessen hinter der Franzosenkirche gelegenen, sich bis an die Stadtmauer erstreckenden Garten für 1000 Taler in Gold kaufte. Im Herbst des Jahres 1854 kauften Friedrich Wrede und W.L. Klamroth dem Freiherrn von Spiegel das Rittergut Kloster Gröningen ab, später ging es dann allein in Klamroth schen Besitz über. Auch Äcker in der Halberstädter Flur wurden in dieser Zeit mehrfach von W.L.Klamroth gekauft. W.L.Klamroth war ein großer Blumenfreund. Im Frühjahr 1851 hatte er die große Blumenausstellung in Posdam besucht, über welche er ganz begeistert war und im Herbst 1851 hatte er von Hamburg eine Anzahl Tropenpflanzen mitgebracht. Das gab Veranlassung zur Anlage eines kleinen Gewächshauses, an welchem er viel Freude gehabt hat. Außer an Blumen hatte er noch besondere Freude an Bildern und Gemälden. Er war eins der ersten Mitglieder des in HAlberstadt 1828 gegründeten Kunstvereins. W.L. Klamroth war auch Presbbyter der reformierten Gemeinde zu Halberstadt von 1841 bis 1881. Am 01.Januar 1861 wurde der Sohn Gustav Klamroth nach seiner Rückkehr nach Halberstadt als Teilhaber in die Fa. J.G. Klamroth aufgenommen. Er zog dann auch in das alte Woorthaus. 1861 wurde auch W.L. Klamroth der Titel kgl.Kommerzienrat verliehen. Im Jahre 1878 schied W.L.Klamroth aus J.G. Klamroth aus, nachdem er sich schon zwei Jahre vorher von allen übrigen geschäft- lichen Beteiligungen getrennt hatte.Im Jahre 1877 war er mit seiner Frau von der Sternstrasse in die Stadt gezogen, wo er das Haus Domplatz Nr. 8 gekauft hatte. Vier Jahre hat er nach arbeitsreicher Zeit noch als Privatmann auf dem Domplatze gewohnt, dann entschlief er sanft nach längerem Leiden am 08. Mai 1881 im Alter von 78 Jahren. Frau Bertha Klamroth allein wurde nun so recht der Mittelpunkt der Familie Klamroth. Ihre Enkelin Margarete Gleitsmann geb. Klamroth hat in einer den Urenkelkindern der Frau Bertha Klamroth gewidmeten Schrift "Großmuttergeschichten" ihre Erinnerungen an die Großmama Klamroth und an das Domplatzhaus niedergelegt. Bertha Klamroth entschlief im Alter von 81 Jahren sanft und ruhig nach kurzem Krankenlager am 13. April 1896.
oo 30.06.1835 Halberstadt
TÖLKE Bertha Mathilde Charlotte ev  Hausfrau   (9)  > 18
* 20.08.1815 Halberstadt † 13.04.1896 Halberstadt Lebensorte: Halberstadt
Geschwister
Klamroth Emilie Wilhelmine * 01.11.1808 Halberstadt † 07.06.1892 Nordhausen
Klamroth Auguste Luise * 23.04.1813 Halberstadt † 29.09.1888 Halberstadt

TÖLKE Bertha Mathilde Charlotte ev  Hausfrau  < 8  > 18
* 20.08.1815 Halberstadt † 13.04.1896 Halberstadt Lebensort: Halberstadt
oo 30.06.1835 Halberstadt
KLAMROTH Wilhelm Heinrich LudwigKaufmann, preußischer Kommerzienrat   (8) < 4  > 16
* 17.04.1803 Halberstadt † 08.05.1881 Halberstadt

Generation 5


16 KLAMROTH Johann Gottlieb ev  Kaufmann, Vorstand der Krämer- und Gewandschneider-Gilde  < 8  > 32
* 09.01.1768 Ermsleben † 15.08.1835 Halberstadt †Urs: Herzinfarkt
Er war das erste Kind des Sattlermeisters Johann Andreas KLamroth in Ermsleben, das nicht wie die 6 Kinder vor ihm bei der Geburt gestorben ist. Mit besonderer Liebe und Sorgfalt wird dieses Knäblein umgeben gewesen sein, aber, als es kaum zwei Jahre alt war, starb auch seine Mutter im Kindbett. Auch seine erste Stiefmutter wurde ihm durch den Tod wieder genommen, als er 5 Jahre zählte. Durch die vierte Ehe seines Vaters wurde ihm eine neue Mutter gegeben und dieser Halt war dem Knaben um so nötiger, alsihm nur wenige Jahre später auch sein Vater entrissen wurde. Ein Jahr nach dem Tode seines Vaters , zu Johanni 1781 wandert er nach Quedlinburg, um sich dem Kaufmannsstande zu widmen. Er trat als Lehrling in das Material- und Victualien- nebst Farbwarengeschäft von Johann Martin Mühlberg ein. Nach 6 wohlausgestandenen Lehrjahren veerließ er als "Kaufmannsdiener" das Geschäft seines Lehrherrn. Der Text des Lehrbriefes lautet: Ich, Johann Martin Mühlberg. Bürger, Kauf- und Handelsmanm in der Altstadt des kaiserlichen freien weltlich Stifts Quedlinburg tue kund und bekenne hiermit, dass Vorzeiger dieses Johann Gottlieb Klamroth aus Ermsleben gebürtig bei mir die Material- und Victualien- nebst Farbwaren-Handlung zu erlernen, auf sechs nacheiander folgende Jahree,als von Johanni 1781 bis wieder Johanni 1787 in der Lehre gestanden und sich in solchen nunmehr wohlausgestandenen Lehrjahren jederzeit treu, verschwiegen und fleißig, wie auch gottesfürchtig verhalten, so, dass ich mit ihm allemal wohl zufrieden gewesen bin und durch Erteilung dieses der Wahrheit gemassenden Attestats und Lehrbriefe ihm dahero sein Glück gern zu befördern wünsche. Es gelanget demnach an alle und jede respective Herren, insonderheit an alle Kauf- und Handelsmannen mein Ergebenstes und dienstfreundliches Bitten, diesen von mir erteilten Lehrbrief nicht allein vollkommenen Glauben zu beizumessen, sondern besonders oben genannten Johannes Gottlieb Klamroth seiner wohlausgetandenen Lehrjahre als in denselben geleisteten treuen Verhalten wegen durch Beförderung seines Glückes fruchtbarlichst genießen zu lassen. Diese Gewogenheit wird er für seine Person mit gebührendem Danke erkennen, und ich werde dagegen bei vorkommender Gelegenheit ein Gleiches zu tun bereit und willig sein. Urkundlich habe ich diesen Lehrbrief einhändig unterschrieben und meinen gewöhnlichen Handlungspettschaft im anhängenden Kapsel wohlwissentlich bedruckt: So geschehen Quedlinburg, den 25. März 1788. Johann Martin Muehlberg als Lehrer. Darunter die Bestätigung des Ober- und Neben-Gildemeisters der Kramer und Leinwandschneider-Innung zu Quedlinburg Johann Christian Haupt und Johann Andreas Zimmermann. Bald danach kam Johann Gottlieb Klamroth nach Halberstadt. Hier gründete er im Jahre 1790 in einem Hause auf dem Fischmarkt unter seiner Firma J.G.Klamroth eine Materialwarenhandlung. Am 24. Juni 1802 wurde er mit Johanna Maria Elisabeth Lefeldt, geb. 11. Juli 1780, in der reformierten Kirche getraut. Die Braut war eine Tochter des Innungs-Meisters und Lederhändlers Johann Christian Lefeldt und seiner Frau Henriette, geb.Fricke. Im Herbst1797 starb Meister Johann Christian Lefeldt und der testamentarischen Bestimmung zufolge führte seine Frau Henriette den Lederhandel auf der Woort in Halberstadt fort. Johann Gottlieb Klamroth und seine junge Frau Johanne Lefeldt brachten die ersten Jahre ihrer Ehe in dem Hause Fischmarkt Nr. 4 zu. Hier wurde Ihnen auch ihr erstes Kind Wilhelm Heinrich Ludwig Klamroth am 17. April 1803 geboren. Einige Zeit darauf zog aber die Familie Klamroth in das Haus auf der Woort und Johann Gottlieb übernahm neben seinem Materialwarengeschäft auch die Lederhandlung seines verstorbenen Schwiegervaters. Da saß dann später nach den napoleonischen Wirren der Kaufmann Johann Gottlieb Klamroth ruhig rechnend in seinem Comptoir. Johann Gottlieb war schon in jungen Jahren in den Vorstand der ehrsamen Kramer und Leinwandschneider-Gilde zu Halberstadt gewählt worden und ein überzeugter Anhänger des Gildewesens und die Kaufleute versammelten sich auch später noch um ihn. Er war ein nachdenklicher ernster Charakter und von zarter Gesundheit, wurde oft von Kopfschmerzen heimgesucht. Von Frau Johanne, die quecksilbirg im Woorthause die Treppen auf und ab "travaillte" bekamen die Töchter Emilie Wilhelmine (geb.01.11.1808) und Auguste Luise (geb. 23.04.1813) zu hören: "Ein Mädchen darf nicht solange müßig sein, als ein Huhn ein Korn aufpickt." Ihre beste Freundin war Jacobine Dorothee Rost, dann Ehefrau des Weinhändlers Ludolf Tölke und Wirtin der Domschenke. Deren Tochter Bertha Mathilde Charlotte Tölke und ihr Sohn Wilhelm Heinrich Ludwig Klamroth wurden dann ein Paar und vertieften noch die Freundschaft der Mütter. Sie überlebte Ihren Ehemann um 26 Jahre.
oo 24.06.1802 Halberstadt
LEFELDT Johanne Marie Elisabeth Hausfrau (17) > 34
* 11.07.1780 Halberstadt † 11.08.1861 Halberstadt

17 LEFELDT Johanne Marie Elisabeth   Hausfrau  < 16  > 34
* 11.07.1780 Halberstadt † 11.08.1861 Halberstadt
oo 24.06.1802 Halberstadt
KLAMROTH Johann Gottlieb ev  Kaufmann, Vorstand der Krämer- und Gewandschneider-Gilde  (16)< 8  > 32
* 09.01.1768 Ermsleben † 15.08.1835 Halberstadt †Urs: Herzinfarkt
Geschwister
Lefeldt Johanne Maria Elisabeth

18 TÖLKE Ludolf   < 9
o-o
ROST Jacobine Dorothee (19)

19 ROST Jacobine Dorothee   < 18
o-o
TÖLKE Ludolf (18)  < 9

Generation 6


32 KLAMROTH Johann Andreas Eberhard ev  Brauherr, Sattler-Meister und erster Stadtdeputierter  < 16  > 64
* 20.12.1730 Ermsleben † 14.11.1780 Ermsleben
Aus der Jugendzeit des Johann Andreas Eberhard Klamroth ist uns nichts bekannt. Auch wer seine erste Frau war und woher sie stammte, ließ sich bei den sehr kurzen Eintragungen in den Kirchenbüchern nicht ermitteln. Sie starb wenige Tage nach der Geburt des fünften toten Kindes am 4. April 1764. Schon 1757 bezeichnet das Ermlebener Kirchenbuch Johann Andreas Eberhard Klamroth als "Bürger und Sattlermeister". Es geht daraus hervor, dass sein Vater sich damals schon von seinem Handwerk zurückgezogen hatte, denn nach den Satzungen der Gilden wurde ein Sohn erst Meister, wenn sein Vater sich entweder zur Ruhe gesetzt hatte, oder durch Tod aus der Gilde ausgeschieden war. Am 13. August 1765 ging Johann Andreas Eberhard Klamroth seine zweite Ehe ein und zwar mit Maria Elisabeth Bastian. Sie war die Tochter des Schönfärbermeisters Johann Gottlieb Bastian. Ihre Mutter war eine Tochter des Ackermannes Johann Andreas Krieg aus Wieserode. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, darunter am 9. Januar 1768 Johann Gottlieb Klamroth, seine ältere Schwester Marie Luise starb als Säugling im ersten Lebensmonat, die Schwester Maria Magdalena kostete der Mutter das Leben am 23. Januar 1770 und ließ Johann Andreas Eberhard Klamroth mit seinem zwei Jahre alten Sohn und der neugeborenen Tochter wieder als Witwer zurück. Den früh mutterlos gewordenen Kindern gab Johann Andreas Eberhard Klamroth durch seine Ehe mit Christiane Elisabeth Ester Bänkgen eine neue Mutter. Aber auch diese, seine dritte Frau, wurde dem schwer geprüften Manne bald wieder entrissen. Sie starb am 10. März 1773 bei der Geburt ihrer Tochter Johanna Christiane Justine. Noch einmal schritt Johann Andreas Eberhard zum Altar und führte als vierte Ehefrau Marie Dorothe Schulle, Tochter des Ackermannes Methusalem Schulle in Westorf, heim. Aus dieser Ehe stamme noch die Kinder Johann Heinrich, geb. 10. Mai 1776 und zwei Töchter. im Jahre 1757 hat Johann Andreas Eberhard Klamroth gleich seinem Vater die Wahl des cand. theol. Krüger zum Pfarrer durch seine eigenhändige Unterschrift anerkannt. Da er zu den wahlberechtigten Bürgern gehörte, muss er schon 1757 Hausbesitzer gewesen sein. Später bei der Pfarrerwahl im Jahre 1773 hatte er zwei Stimmen, muß also damals zwei Häuser besessen haben. Wahrscheinlich hat er nach dem Tode seines Vaters dessen Haus mit übernommen. In den Kirchenbüchern wurde er vom Jahre 1768 an Brauherr und von 1773 an "Stadtdeputierter" genannt. Johann Andreas Eberhard Klamroth starb am 14. November 1780 im rüstigen Mannesalter von 50 Jahren durch eine Unglücksfall. Als Vormund der Kinder wurde Heinrich Kühne aus Ermsleben bestellt. Von Johann Gottlieb wird unter später weiter berichtet. Sein Bruder Johann Heinrich ergriff den Beruf seines Vaters; er wurde Sattlermeister in Ermsleben und übernahm das väterliche Haus. Sein Sohn Friedrich Wilhelm starb einjährig am 4. Februar 1805 und er selbst im gleichen Jahr am 21. Dezember. Somit wurde in dem männlichen Stamme die Familie nur durch Johann Gottlieb fortgeführt.
2. oo 12.08.1765 Ermsleben
BASTIAN Marie Elisabeth Hausfrau (33)
* 04.07.1747

33 BASTIAN Marie Elisabeth   Hausfrau  < 32
* 04.07.1747
2. oo 12.08.1765 Ermsleben
KLAMROTH Johann Andreas Eberhard ev  Brauherr, Sattler-Meister und erster Stadtdeputierter   (32)< 16  > 64
* 20.12.1730 Ermsleben † 14.11.1780 Ermsleben

34 LEFELDT Johann Christian ref  Innungsmeister der Schuhmacher-GIlde und Lederhändler  < 17
* 23.05.1728 Quedlinburg † 26.07.1797 Halberstadt
oo 09.06.1761 Halberstadt
FRICKE Henriette 

Generation 7


64 KLAMROTH Johann Caspar ev  Sattlermeister  < 32  > 128
* 29.01.1689 Alterode/Ostharz † 02.05.1764 Ermsleben Lebensorte: Alterode/Ostharz Ermsleben
Der Name Klamroth und der Ursprung der Familie (von Kurt Klamroth ,im November 1908) Motto: Suche fleißig Deiner Ahnen vielverschlungne Lebensbahnen Werden durch der Chronik Seiten einstmals junge Finger gleiten. wird sich Deiner Arbeit Segen auf das Haupt des Enkels legen.........(Hermann Unbescheid) Ich habe zerstreute Nachrichten über unsere Familie zusammengetragen aus alter und neuer Zeit, aus Kirchenbüchern und anderen Quellen. ...Das ist nichts abgeschlossenes, nichts fertiges. Das liegt in der Natur der Sache. .... Möge noch manches Blatt in die Familiengeschichte eingereiht werden können, auf dem das Auge derer, die nach uns kommen, mit Stolz weilen kann........ Johann Caspar Klamrod - die Kirchenbücher zu Ermsleben schreiben den Namen Klamroth meist Klamrod, später auch Klamrodt und zuletzt Klamroth - wurde am 29. Januarr 1689 als dritter Sohn des Försters Valentin Klamroth in Alterode im Harzu geboren. Während seine beiden älteren Brüder sich wieder dem Berufe des Vaters zuwandten, erlernte Johann Caspar das Handwerk seines Paten Hans Krieg, welcher als Sattlermeister in Wieserode lebte. Er ließ sich dann später als Sattlermeister in Ermsleben nieder. Am 6. November 1725 ist Meister Johann Caspar Klamroth mit Jungfrau Johanna Elisabeth Schröder getraut worden. Er wird die Braut bei seinem Bruder Andreas Nikolaus Klamroth kennengelernt haben, welcher Förster im Dienste des Grafen von Asseburg-Meisdorf war. Unter den Brüdern scheint ein guter Familienzusammenhalt gewesen zu sein, denn die Kirchenbücher der nahe beieinander gelegenen Orte Alterode, Meisdorf und Ermsleben führen dort bei Taufen häufig die Namen der Brüder als Paten auf. Der erste Sohn des Meisters Johann Caspar Klamroth , Johann Friedrich, welcher am 17. November 1726 geboren war, starb bereits als 14-jähriger Knabe am 16. November 1740. Außer diesem Kinde waren aus der Ehe noch sieben Töchter und der Sohn Johann Andreas Eberhard, geb. am 20. Dez. 1730, hervorgegangen. Sein Onkel Eberhard Klamroth, Förster in Alterode, war unter seinen Paten. Am 18. November 1748 starb die Frau des Johann Caspar Klamroth. Er selbst lebte noch 16 Jahre als Witwer in Ermsleben und starb 75 Jahre alt am 2. Mai 1764.
oo 06.11.1725 Meisdorf
SCHRÖDER Johanna Elisabeth ev  (65)

65 SCHRÖDER Johanna Elisabeth ev  < 64
oo 06.11.1725 Meisdorf
KLAMROTH Johann Caspar ev  Sattlermeister   (64)  < 32  > 128
* 29.01.1689 Alterode/Ostharz † 02.05.1764 Ermsleben Lebensorte: Alterode/Ostharz Ermsleben

Generation 8


128 KLAMROTH Valentin   kurfürstlich-sächsischer Förster < 64  > 256
* 02.07.1651 Alterode/Ostharz † 13.12.1716 Alterode/Ostharz
Auch wo Valentin Klamroth geboren ist, wissen wir nicht. Er kam als kleiner Knabe mit seinen Eltern nach Alterode. Wie sein Vater, so wurde auch er Förster in kurfürstlich sächsischen Diensten. Seine Frau Rebecca muss er sich von außerhalb geholt haben, denn die Kirchenbücher von Alterode melden seine Trauung nicht. Die Ehe war mit 9 Kindern gesegnet, nach Gertrudes als zweites Kind Andreas Nicolaus, geb. 19. September 1683, dann Eberhardt, geb. am 08. Februar 1686, und Johann Caspar Klamroth, geb. 29. Januar 1689. Danach 5 weitere Kinder. Von den Söhnen ergriffen zwei wieder den Beruf des Vaters. Andreas Nikolaus wurde Jäger auf dem "hochadeligen Hofe zu Meisdorf" . Seine Nachkommen lassen sich nur bis zum Jahre 1744 verfolgen. Eberhardt wurde Nachfolger seines Vaters als kursächsischer Förster in Alterode und ihm folgte dann wieder sein Sohn Johann Christian Klamroth im Amte nach, welcher am 13. August 1793 als Oberförster im Alter von 67 Jahren durch einen Sturz vom Pferde starb. Das Amt des kursächsischen Försters ist also etwa 1 1/2 Jahrhunderte in der Familie Klamroth gewesen. Der dritte Sohn Johann Caspar wanderte nach Ermsleben. Er ist unser Vorfahr. Mit ihm beginnt die Linie Alterode/ Halberstadt. Der Förster Valentin Klamroth starb am 13. Dezember 1716 im Alter von 65 Jahren und seine Frau Rebecca am 29. August 1725 im Alter von 63 Jahren.

Generation 9


256 KLAMROTH Andreas 78Jhr ev  kurfürstlich-sächsischer Förster  < 128  > 512
* 1601 Alterode/Ostharz † 13.05.1679 Alterode/Ostharz Lebensort: Alterode/Ostharz
Der Name Klamroth und der Ursprung der Familie. (Kurt Klamroth 1908 ) Über den Ursprung und die Ableitung des Namens Klamroth habe ich in den verschiedenen Zweigen der Familie abweichende Ansichten gefunden. Die früheste Deutung des Namens, welche mir bekannt geworden ist, stammt von dem Diakonus und Praepositus Joh. Carl Christian Klamroth zu Regenwalde (geb. 18.3.1718, gest.3.6.1780). Er führte den Namen Klamroth auf eine Zusammenziehung der beiden altdeutschen Vornamen Klamer und Otto zurück. Eine andere Deutung leitet den Namen von den Stammwörtern "Klamm" und "roden" ab. Sie erblickt in dem ersten Träger des Namens einen Mann, , welcher in einer Klamm, d.h. einem durch Felsen eingeengten Land, den Boden gerodet hat. Diese Auffassung ist in der Börnecker Linie der Familie Klamroth vertreten und es wird daran die weitere Vermutung geknüpft, dass Börnecke am Harz der Stammsitz der Familie Klamroth sei, weil für das dort mitten im Felsen gelegene Land der Ausdruck "Klamm" wohl gerechtfertigt erscheine. In der Heimburger Linie ist noch eine Tradition vertreten, nach welcher die Familie zur Zeit der Stuarts oder Granier aus Schottland nach Deutschland eingewandert sein soll, während nach einer anderen Familienüberlieferung in der Börnecker Linie ein während des 30-jährigen Krieges nach Deutschland gekommener Edelmann aus Ungarn der Stammvater der Klamroths sein soll. An beide Traditionen knüpfen sich Deutungen des Namens. Ich halte aber diese Traditionen für sehr unwahrscheinlich jedenfalls für unrichtig hinsichtlich der angegebenen Zeit, denn der Name Klamroth kommt in der Harzgegend schon 1500 vor und hatte bei Beginn des 17. Jahrhunderts in mehreren Harzorten bereits eine recht große Verbreitung......Auch der bedeutende Linguist A. Fr. Pott vertritt in seinem Buche "Personennamen" Seite 73 die Ansicht, dass der Name "Klamroth" von einem Ortsnamen abzuleiten sei...... Da nun der Name Klamroth in der Zeit von 1500 bis 1700, soviel ich ermitteln konnte, nur in der Harzgegend vorkommt, so liegt der Schluß nicht fern, dass die Familie aus dem Harze stammt und dass in den Harzbergen der alte Sitz der Klamroths gesesen ist...... Fast alle jetzt (1908) lebenden Träger des Namens Klamroth lassen sich auf eine der drei Linien der Familie: Alterode - Börnecke - Heimburg zurückführen........ In einem Bürgerverzeichnisse des Dorfes Harsleben bei Halberstadt im Jahre 1500 wird Joachim Klamroth aufgeführt. Dieses ist das erste Vorkommen des Namens, welches ich gefunden habe. Leider war es mir nicht möglich, diese Spur weiter zu verfolgen, weil der Name in späteren Urkunden nicht wieder vorkommt und die Kirchenbücher in Harsleben erst mit dem Jahre 1632 beginnen......# ... In dem Kirchenbuche zu Alterode findet sich die erste Eintragung über die Familie Klamroth im Jahre 1656. Sie lautet: "den 11. Oktober hat man Andreas Klamroth, dem Förster, eine junge Tochter Catharina getauft; ihre Paten sind Catharina Lüdecke, Kochs Weib, allhier, Anna Christina Vollmanns, des Försters zu Stangerode Weib und Meister Jakob Pielecke, Zimmermann allhier. Der genannte Förster Andreas Klamroth ist der Stammvater unserer Linie................ In eine traurige Zeit führen uns die Anfänge unserer Familiengeschichte: in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Viel Not und Elend hat er über Deutschland gebracht und auch unsere engere Heimat, die Harzgegend, ist von seinen Schrecken heimgesucht worden. Unser ältester bekannter Ahn, Andreas Klamroth, hat diese schweren Jahre erlebt, doch sind uns keine Nachrichten aus jener Zeit von ihm erhalten. Wir wissen nur, dass er um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Alterode die Stelle des kurfürstlich sächsischen Försters antrat... Als er nach Alterode kam, brachte er seine Frau Elisabeth, welche 1620 geboren war, und drei Kinder, Elisabeth, Anna und Valentin mit sich. Hart wird seine Arbeit als Förster gewesen sein, denn der Harzwald hatte unter den Folgen des Krieges sehr gelitten, der Wildbestand war so gut wie vernichtet. Dagegen hatte sich das Raubzeug bei dem Fehlen einer planmäßigen Nachstellung erschreckend vermehrt. Der Wolf war wieder in Scharen im Harz, wie zahlreiche Bemerkungen in den Kirchenbüchern der damaligen Zeit beweisen. Noch zwei Töchter wurden Andreas Klamroth in Alterode geboren: Catharina am 11. Oktober 1656, und Maria am 28. März 1663. Am 28. November 1676 verlor Andreas Klamroth seine Frau ELisabeth, die 56 Jahre alt geworden war. Er selbst erreichte das Alter von 78 Jahren und starb am 13. Mai 1679 an Altersschwäche.
oo
NN Elisabeth (257)

257 NN Elisabeth < 256
oo
KLAMROTH Andreas 78Jhr ev  kurfürstlich-sächsischer Förster   (256)< 128  > 512
* 1601 Alterode/Ostharz † 13.05.1679 Alterode/Ostharz Lebensorte: Alterode/Ostharz

Generation 10


512 KLAMROTH Nicolaus   < 256
Stand : 08.07.2008
Erstellt mit PC-AHNEN 2006